Die Stroke Unit (SU) dient der Gewährleistung einer optimalen Therapie von Schlaganfall-Patienten in der Akutphase, d.h. in der Regel innerhalb der ersten 24-72h nach Auftreten des Ereignisses. Im Patientengut der Stroke Unit Göttingen wird bei ca. 19% der unter der Diagnose eines ischämischen Insultes aufgenommenen Patienten eine spezifische systemische Thrombolyse und/oder mechanische Thrombektomie durchgeführt.
Längere Behandlungsdauern werden bei Komplikationen wie z.B. bei einem raumfordernden Infarkt, Pneumonie, akutem Koronarsyndrom, intrakraniellen Blutungen, Subarachnoidalblutungen, Sinusvenenthrombosen oder einem Delir erforderlich.
Der wesentliche, wissenschaftlich gut belegte Nutzen der Stroke Unit liegt daneben in der konsequenten und kontinuierlichen Durchführung einer Basistherapie, die u.a. auf eine Optimierung der zerebralen Perfusion, Oxygenierung, sowie der metabolischen Parameter abzielt, und mit einem positiven funktionellen Spätoutcome belegt ist. Zur Basistherapie zählt die Vermeidung von Sekundärkomplikationen (u.a. Aspiration, Pneumonien und Thrombosen) und damit kausal einhergehend der Beginn einer frühmobilisierenden Therapie und anderer frührehabilitativer Maßnahmen durch speziell geschultes Pflegefachpersonal und der Stroke Unit zugeteilte Physiotherapeuten, Logopäden und Ergotherapeuten. Zentrale ärztliche Aufgabe ist u.a. die Abklärung der Schlaganfallursache und leitliniengerechte sekundärprophylaktische Maßnahmen.
Die Prinzipien der Basistherapie gelten im Wesentlichen auch für intrakranielle Blutungen. Eine weitere wichtige Rolle spielt bei allen Schlaganfallpatienten die Möglichkeit der kontinuierlichen klinischen Überwachung, so dass auf eintretende neurologische Verschlechterungen oder Sekundärkomplikationen rechtzeitig und adäquat reagiert werden kann. Durch optimierte Arbeitsabläufe ist eine rasche schlaganfallspezifische Diagnostik möglich, so dass eine gezielte frühe und an die Ätiologie angepasste Sekundärprophylaxe eingeleitet werden kann.