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Mechanische Thrombektomie bei zerebralen Großgefäßverschlüssen (distale ACI, Carotis-T, M1)

Die mechanischen Thrombektomie ist als Goldstandart der LVOS-Behandlung anzusehen, welche entsprechend so vielen Patienten wie möglich zugänglich gemacht werden sollte. Bei Gefäßverschlüssen mittelgroßer zerebraler Gefäße (MeVO) besteht nach aktueller Datenlage keine klare Überlegenheit der MT, hier sollte individuell zusammen mit den Kollegen NRAD über eine MT entschieden werden.

Sofern die Zeitfenster für die systemische Lysetherapie zutreffen, sollte diese im Sinne einer „Bridgingtherapie” ebenfalls verabreicht werden (gemäß der aktuellen ESO-Leitlinie, mangelnden Sicherheitsbedenken und einer höheren Rekanalisationsraten bei Kombinationstherapie).

Die Entscheidung welcher Patient einer Thrombektomie zugeführt wird (Zeitfenster, ASPECTS/Demarkation), wird auf Oberarztebene auf der Grundlage des u.g. Konsensuskriterien gefällt:

  1. Innerhalb der ersten 6 Stunden nach Symptombeginn sollen alle Schlaganfallpatienten mit CT-angiographisch nachgewiesenem proximalem intrakraniellem Arterienverschluss mit endovaskulärer Thrombektomie behandelt werden.

  2. Zusätzlich soll innerhalb der ersten 4,5h bei Patienten, welche die Kriterien für eine IVT erfüllen (siehe oben), eine intravenöse Therapie sofort nach der nativen CT Bildgebung gestartet werden.

  3. Nach 6 Stunden und innerhalb von 24 Stunden können Patienten mit CT-angiographisch nachgewiesenem proximalem intrakraniellem Arterienverschluss mit endovaskulärer Thrombektomie behandelt werden, wenn der CT-ASPECTS > 5 und der aus einer Perfusions-CT bestimmte CBV-ASPECTS > 5 ist (Studiengrundlage: DAWN; Defuse3).

  4. Auf Basis aktueller RCTs profitieren auch Patienten mit CT-ASPECTS 3-5 von einer MT, wenn diese innerhalb von 24 h nach symptom onset oder last seen well durchgeführt wird. Hier sollte nach aktuellem ESO Statement jedoch der Status der Kollateralen, das Alter und die Co-Morbiditäten des Patienten mit in die Entscheidung einbezogen werden sowie die Ergebnisse der erweiterten Bildgebung beachtet werden.

  5. “Patientenalter” > 80 LJ ist kein Ausschlussgrund für eine endovaskuläre Thrombektomie

Bezüglich des Managements auf der INA verweisen wir auf die SOP des proximalen Gefäßverschlusses, insbesondere ist hier auf die frühzeitige Alarmierung des Anästhesiehintergrunds bei Verdacht auf einen proximalen Gefäßverschluss zu achten.